Einsatz von KI in der juristischen Praxis – Erkenntnisse aus dem Online-Salon der davit AG IT-Recht
Am 30. April 2026 hatten wir die Gelegenheit, an einer spannenden Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Einsatz von KI“ teilzunehmen. Der Online-Salon, organisiert von der davit (AG IT-Recht) gemeinsam mit der AG Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein, bot in kompakter Form wertvolle Einblicke in die praktische Nutzung generativer KI im juristischen Alltag.
Referent war Robin Lee, der eindrucksvoll darlegte, welches Potenzial KI-gestützte Anwendungen bereits heute für Kanzleien und Rechtsabteilungen entfalten können.
Relevanz generativer KI für Juristinnen und Juristen
Zum Einstieg wurde deutlich: Generative KI ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein konkretes Werkzeug für den Berufsalltag. Ob bei der Erstellung von Schriftsätzen, der Strukturierung komplexer Sachverhalte oder der ersten rechtlichen Einordnung – KI kann Arbeitsprozesse erheblich beschleunigen und effizienter gestalten.
Dabei wurde auch klar: KI ersetzt keine juristische Expertise, sondern ergänzt sie. Der Mehrwert entsteht dort, wo Fachwissen und technologische Unterstützung sinnvoll kombiniert werden.
Der Schlüssel zum Erfolg: Gute Prompts
Ein zentraler Bestandteil des Webinars war die Frage, wie man KI-Systeme effektiv nutzt. Die Antwort: durch präzise und strukturierte Prompts.
Vorgestellt wurde das sogenannte PHIFA-Merkschema, das als Leitfaden für die Entwicklung juristischer Prompts dient. Auch wenn die konkrete Ausgestaltung variieren kann, wurde deutlich, dass erfolgreiche Prompts vor allem eines sind: klar, kontextreich und zielgerichtet.
Die Qualität der KI-Ergebnisse steht und fällt mit der Qualität der Eingabe – ein Prinzip, das sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung zog.
Praxisnahe Anwendungsfälle
Besonders hilfreich waren die konkreten Beispiele aus Kanzlei und Rechtsabteilung. Gezeigt wurde unter anderem:
- Erstellung und Überarbeitung juristischer Texte
- Zusammenfassungen umfangreicher Dokumente
- Strukturierung von Argumentationen
- Vorbereitung von Mandantengesprächen
Diese praxisnahen Demonstrationen machten deutlich, wie vielseitig KI bereits heute im Interesse der Mandanten eingesetzt werden kann.
Bewährte Prompting-Techniken
Neben der Struktur von Prompts wurden auch konkrete Techniken vermittelt, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Dazu zählen unter anderem:
- klare Rollen- und Aufgabenbeschreibung für die KI
- schrittweises Vorgehen („Chain of Thought“)
- Iteration und Nachschärfung von Ergebnissen
- Verwendung von Beispielen („Few-Shot Prompting“)
Diese Methoden helfen dabei, die Ergebnisse nicht nur schneller, sondern auch qualitativ hochwertiger zu gestalten.
Fazit
Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Einsatz von KI im juristischen Bereich nicht nur möglich, sondern sinnvoll ist. Wer lernt, die richtigen Fragen zu stellen und die Systeme gezielt zu nutzen, kann seine Arbeitsweise nachhaltig verbessern. Ein zusätzlicher Mehrwert war der bereitgestellte Zugang zu BEAMON.AI, der eine individuelle Nachbereitung und Vertiefung ermöglicht.
Insgesamt eine lohnenswerte Fortbildung mit hohem Praxisbezug – und ein weiterer Beleg dafür, dass KI-Kompetenz zunehmend zu einer Schlüsselqualifikation im juristischen Berufsalltag zum Vorteil der Mandanten wird.
